Der Taufspruch ist ein fester Bestandteil einer jeden Taufe. Mit diesem wird dabei nicht nur das eigentliche Fest unter ein bestimmtes Motto gestellt; vielmehr sollen Taufsprüche die Täuflinge als eine Art Lebensmotto ein Leben lang begleiten. Entsprechend haben die beliebtesten Sprüche häufig einen ermutigenden Charakter. Ebenso verleihen diese aber auch den Hoffnungen und Wünschen Ausdruck, dass das Kind seinen Platz im Leben finden möge, es den Wert von Freundschaften und Liebe zu schätzen lernt und seine Existenz unter dem besonderen Schutz Gottes steht.
Allerdings ist es nur in der evangelischen Kirche zwingend, Taufsprüche unmittelbar der Bibel zu entnehmen. Bei einer katholischen Taufe finden zwar ebenfalls häufig Bibelzitate Verwendung, ebenso kann aber auch auf einen alternativen geistlichen bzw. weltlichen Zitatschatz zurückgegriffen werden. Beliebte Autoren, deren Aphorismen und Aussprüche gern gewählt werden, sind - neben Luther - beispielsweise Novalis, Jean Paul, Goethe, de Saint-Exupéry und Gandhi.
Taufsprüche spiegeln sehr persönliche Wünsche für das Taufkind wieder, folglich kommt die Auswahl der besten Bibelstelle den Eltern zu. Da der passende Spruch zum lebenslangen Begleiter des Kindes werden soll, ist es ratsam, dass sich die Eltern schon rechtzeitig mit der Wahl des Spruchs beschäftigen. Sollte es sich als problematisch erweisen, für den Segen, der dem Täufling mitgegeben werden soll, die richtige Entsprechung in der Bibel zu finden, steht der beteiligte Pfarrer in aller Regel gern mit Anregungen und Vorschlägen zur Seite. In jedem Falle ist es sinnvoll, dem Pfarrer die eigenen Vorstellungen bereits in einem Vorgespräch zu schildern, damit er in seiner Ansprache auf diese – ebenso wie auf den Taufspruch - in besonderer Weise eingehen kann. Ebenso können von diesem dann auch die Lieder des Taufgottesdienste in einen sinnvollen Kontext zum gewählten Taufspruch gesetzt werden.
Taufsprüche werden sorgsam ausgewählt und stellen eine innige Verbindung zwischen den Täuflingen und ihrem Schöpfer her. Insofern sind sie eigentlich zu schade, um nur als kurzer Programmpunkt im Verlauf des Gottesdienstes Erwähnung zu finden. Um der besonderen Bedeutung des Taufspruchs gerecht zu werden, gibt es aber durchaus Möglichkeiten, diesen auch an anderer Stelle während der Feier aufzugreifen. Steht der Taufspruch schon lange Zeit vor dem Ereignis fest, kann dieser beispielsweise bereits Bestandteil der Einladungskarten werden. Ebenso ist es möglich, den Spruch bei der Gestaltung des Festsaals, etwa durch Anbringung eines schmuckvollen Banners, wieder aufzugreifen. Hält der Vater oder eine andere Person eine kurze Begrüßungsrede, geht es dabei ganz sicher nicht übermäßig pastoral zu- dennoch bietet sich gewiss auch hier eine Gelegenheit, auf den Bibelspruch Bezug zu nehmen.
Häufig stellen Eltern nach dem Fest ein Album mit den schönsten Fotos und Erinnerungen der Taufe zusammen. Es liegt nahe, dass hier der Taufspruch ebenfalls noch einmal Erwähnung finden sollte, um damit dann auch dem Täufling in späteren Jahren als lebendiges Zeugnis und dauerhaftes Andenken zur Verfügung zu stehen.